Ein großartiges und erfolgreiches Ereignis waren die PingPongParkinson-Weltmeisterschaften in Hannover für die Aktiven des Stützpunktes Gütersloh-Avenwedde. Mit gleich vier Titeln war dieser Stützpunkt so erfolgreich wie bisher bei keiner WM. Mit den insgesamt drei Titeln im Einzel, Doppel und Mix hatte Petra Heidemann hieran den größten Anteil, während Thorsten Flues im Mix erfolgreich war.
Die PingPongParkinson-Weltmeisterschaften haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Waren bei der ersten WM lediglich 61 Teilnehmer am Start, kämpften jetzt in Hannover über 800 an Parkinson erkrankte Sportler(innen) aus 35 Nationen (u.a. aus Chile und China) um die Titel im Einzel, Doppel und Mix. An insgesamt 90 Turniertischen fanden an den fünf Turniertagen bei ausgezeichneten Spielbedingungen in drei Sporthallen über 4000 Spiele statt. Für die Organisatoren war das natürlich eine echte Mammutaufgabe. Aber das Orga-Team hatte alles ganz ausgezeichnet im „Griff“ und sorgte für eine reibungslose Abwicklung der WM und auch der Zeitplan wurde stets ohne Verspätungen eingehalten. Am Finaltag fanden alle Spiele in der hierfür ausgezeichnet geeigneten Swiss Life Hall statt.
Mit viel Einsatz kämpften die Aktiven um die Titel im Einzel, Doppel und Mix und wurden hierbei von den Zuschauern kräftig angefeuert. Besonders die Schweizer Fans sorgten für eine tolle Stimmung. Als Unterstützung für die die heimischen Teilnehmer(innen) waren auch zahlreiche Familienmitglieder, Freunde und auch Mitglieder des Stützpunktes Avenwedde am Finaltag nach Hannover gekommen. Die Aktiven bedankten sich hierfür mit hervorragenden Leistungen. Ganz groß trumpften in Hannover in der Leistungsklasse 3 Petra Heidemann und Judith Kleinebenne auf. Beide Spielerinnen gewannen in der Gruppe sämtliche Spiele ganz souverän und waren auch anschließend in den ersten Spielen der Hauptrunde erfolgreich. Doch leider war die Auslosung nicht gerade glücklich und so trafen die beiden heimischen Spielerinnen bereits im Achtelfinale aufeinander. Hier setzte sich dann Petra Heidemann sicher mit 3:0 durch. Judith Kleinebenne zeigte sich als eine äußerst faire Verliererin: „Ich gönne Petra den Sieg von Herzen. Sie hat einfach auch gute Nerven und völlig verdient gewonnen.“

Petra Heidemann war auch anschließend allen weiteren Gegnerinnen deutlich überlegen. Nach einem 3:0 Erfolg im Halbfinale über Susanne Wullen, holte sie sich hiernach durch einen erneuten 3:0 Sieg über Sabrina Wernitz souverän den Titel im Einzel. Zusammen mit Judith Kleinebenne eilte diese Kombination auch im Doppel von Sieg zu Sieg und nur im Viertelfinale wurde ein Satz abgegeben. Mari Frostell/Tuija Kokkonen (Finnland) im Halbfinale und auch Susanne Wullen/Karin Oertlepp im Finale waren gegen Petra Heidemann/Judith Kleinebenne chancenlos. Im Mix erreichten Petra Heidemann mit ihrem Partner Andre Riedel aus Hanau und Judith Kleinebenne zusammen mit Frank Klöckner durch klare Siege das Viertelfinale. Leider mussten diese beiden Kombinationen schon hier gegeneinander spielen und Petra Heidemann/Andre Riedel setzten sich souverän mit 3:0 durch. Zu einem echten Höhepunkt kam es anschließend im Halbfinale zwischen Petra Heidemann/Andre Riedel und Heike Ostheimer/Jan Droste. Nach Spannung pur gewannen Petra Heidemann/Andre Riedel schließlich hauchdünn mit 9:11, 13:11, 17:19, 11:9 und 11:6. Dagegen waren Christine Wittig-Silva/Uwe Kalkhoff im Finale chancenlos.

Eine insgesamt starke Leistung zeigte auch Julianne Brauckmann in der Leistungsklasse 1 der Damen. In allen drei Wettbewerben überstand sie die Hauptrunde. Im Einzel erreichte sie etwas unerwartet sogar das Viertelfinale und musste sich hier gegen die Französin Laetiitia Goud geschlagen geben. Zusammen mit Ellen Böttcher schaffte sie auch im Doppel den Einzug in das Viertelfinale. Dort trafen sie auf die späteren Weltmeister Melanie Jeska/Agnes Jan (Deutschland/Österreich) und schieden aus. Zusammen mit Kurt Pierot aus Homburg erreichte Juliane Brauckmann im Mix immerhin das Achtelfinale und hier gab es gegen eine französische Kombination eine Niederlage.
Bei den Herren glänzte aus heimischer Sicht erwartungsgemäß Thorsten Flues. Nach großen gesundheitlichen Problemen am ersten Turniertag wollte er sogar vorzeitig aufgeben. Aber sein Zustand besserte sich und er konnte die WM bis zum Schluß durchspielen. Im Einzel erreichte er nach überwiegend ganz klaren Siegen das Halbfinale und musste dann allerdings gegen den Schweizer Lino Costa gewaltig zittern. Bei einer 2:0 Führung vergab er im dritten Satz zwei Matchbälle und auch im vierten Satz konnte Thorsten Flues eine 9:7 Führung nicht zum Sieg nutzen. Dafür ging es aber im Entscheidungssatz genau umgekehrt. Nach einem 5:8 Rückstand gewann Thorsten Flues dann doch noch mit 11:9. Im Finale war er aber chancenlos. Sein Gegner der Rumäne Dorin Gabudean war in seiner Heimat viermal Landesmeister und spielt auch jetzt in Rumänien noch in der 2. Liga. In Hannover war er allen Gegnern um Klassen überlegen. So konnte Thorsten Flues wie erwartet seinen Titel nicht verteidigen und musste eine glatte 0:3 Niederlage kassieren. Nachdem Th. Flues mit Thorsten Boomhuis im Doppel sicher das Halbfinale erreicht hatte, gab es hier gegen Dorin Gabudean/Jürgen Ludwig nichts zu holen.

Thorsten Flues (links), in der Mitte der Final-Schiedsrichter und rechts der überragende neue Einzel-Weltmeister Dorin Gabudean aus Rumänien warten auf das Finale.
Dafür war Thorsten Flues aber erneut im Mix mit Silke Kind erfolgreich. Die mehrfachen Weltmeister dominierten in allen Spielen und nach einem 3:1 Erfolg im Finale sicherte sich Thorsten Flues seinen insgesamt 12. WM-Titel.

Eine starke Leistung bot auch Frank Klöckner in der Leistungsklasse 3. Nach vier Siegen und nur einer hauchdünnen Niederlage qualifizierte er sich für die die Hauptrunde und nach zwei weiteren Siegen schied er in der Runde der letzten 32 aus. Im Doppel erreichte er zusammen mit Axel Müller nach insgesamt vier Siegen das Achtelfinale und schied hier aus.
Thomas Lakämper und Heiner Schneider konnten in der Leistungsklasse 3 erwartungsgemäß nicht im Kampf um die ersten Plätze eingreifen, aber mit starken kämpferischen Leistungen konnten immerhin zwei bzw. ein Einzel gewinnen.
Zusätzlich wurde auch ein tolles Rahmenprogramm mit Fortbildungen, Workshops, Vorträgen und Ausstellungen angeboten. Auf eine Players-Party wurde diesmal verzichtet und hierfür fand jeden Abend ein zwangloses Treffen zum Klönen und zum Feiern in gemütlicher Runde statt.
Wie es bei der PPP-Bewegung üblich ist , gab es während der gesamten Veranstaltung keinen Ärger und die Vorstandsmitglieder und auch die Ehrengäste zeigten sich insgesamt sehr volksnah und waren nach Möglichkeit auch immer für die Aktiven ansprechbar. So traf unser freier Mitarbeiter Konrad Linnemannstöns im Innenraum Nenad Bach. Der Gründer der PPP-Bewegung kommt aus den USA und war bei der WM in Hannover wie bei allen Weltmeisterschaften als Ehrengast eingeladen. Nenad Bach war von der WM überaus begeistert und bei dem Gespräch lobte er besonders die sehr guten Spielbedingungen, die perfekte Organisation und die tolle Atmosphäre. Als sehr netter Gesprächspartner war er auch mit der Aufnahme einiger Fotos sofort einverstanden.

Ein ganz besonderer Höhepunkt zum Abschluss der WM war die Siegerehrung. Kein Zuschauer in der voll besetzten Sporthalle und auch kein Aktiver verließ die Veranstaltung vorzeitig. Mit rhythmisches Klatschen und viel Beifall bedankten sich die Zuschauer bei den erfolgreichen Spielern(innen) für die tollen Leistungen. Nach der Übergabe der Plaketten wurde immer für den Weltmeister die entsprechende Nationalhymne des Weltmeisters gespielt.
Die gesamte PPP-Familie freut sich schon jetzt auf die nächsten Weltmeisterschaften. Diese finden in der Zeit vom 12. – 17. Oktober 2027 in Magglingen in der Schweiz statt.
Konrad Linnemannstöns